Und in dem Schneegebirge

1. Und in dem Schneegebirge
Da fließt ein Brünnlein kalt,
Und wer daraus thut trinken,
Der wird ja nimmer alt.

2. Ich hab’ daraus getrunken
Gar manchen frischen Trunk;
Ich bin nicht alt geworden,
Ich bin noch immer jung.

3. Das Brünnlein was da drüben fließt,
Draus soll man immer trink’n;
Wer eine Feinsherzliebste hat,
Der soll man immer wink’n.

4. Ich winke dir mit den Augen,
Ich trat dich auf den Fuß –
Ach, wie ein schweres Roden,
Wenn einer scheiden muß.

5. Ade, mein Schatz, ich scheide,
Ade, mein Schätzelein!
Wann kommst du denn doch wieder,
Herzallerliebster mein?

6. Wenn es wird schneien Rosen
und regnen kühlen Wein –
Ade, mein Schatz, ich scheide,
Ade, mein Schätzelein!

7. Es schneit ja keine Rosen
Und regn’t auch keinen Wein:
Da kommst du denn nicht wieder,
Herzallerliebster mein!

Autor: Hoffmann von Fallersleben
 

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